Es ist viel passiert – seit dem letzten Eintrag im Logbuch.

Auch wenn wir Veranstaltungen zu neuen Ansätzen der Kundenkommunikation machen, so „leben“ wir diese Ansätze selbst leider nicht konsequent. Das müssen wir uns eingestehen, gleichsam befinden wir uns gerade in einer fundamentalen Transformation und Lernreise, die unsere Kräfte immer wieder an anderer Stelle bündelt und das „Kommunizieren“ über unsere eigene Reise doch erschwert. Die Situation rund um Covid-19 hat unser altes Geschäftsmodell im März zumindest mal auf Eis gelegt und wir sind derzeit immer noch in der „Findungsphase“ eines neuen Modells.

Mit dem heutigen Beitrag will ich einen kurzen Abriss in die bisherigen Schritte, unsere neue Vision, den aktuellen Baustellen sowie den Ausblick auf die nächste Monate in Hinblick auf unsere Entwicklung, unser Angebot und natürlich auch die Themen geben, die uns gerade beschäftigen und uns immer wieder davon abhalten – auch darüber zu kommunizeren.

Vom Präsenzveranstaltungsorganisator zum Anbieter von digitalen Fortbildungsplattformen

Die Covid19-Situation hat uns Ende Februar/Anfang März auf dem Weg zu unserer Shift/CX Konferenz „erwischt“. Wir wollten uns mit mehr 250 Teilnehmern in Frankfurt zum Erfahrungsaustausch zur Etablierung von Konzepten für mehr Kundenorientierung in Marketing, Vertrieb und Service treffen. Mitte Februar wurde langsam deutlich, dass die Durchführung der Veranstaltung immer schwieriger werden würde und wir auch unsere Teilnehmer nicht mehr in der Zahl vor Ort haben würden – wie geplant, weil Unternehmen zunehmend Reiseeinschränkungen verhängten.

Dies bezog sich auch auf unser Referenten-Line-Up, was uns dazu brachte, dass wir als „Fallback“ für die Veranstaltung einen „digitalen Zwilling“ auf die Beine stellen musste. Dazu nahmen wir die Vorträge unserer Referenten als „Einzelvorträge“ auf und stellten diese in einer Mediathek zusammen. Letztlich überschlugen sich Anfang März dann die Entwicklungen, was die Durchführung der Veranstaltung als Präsenz-Event vollends zum Erliegen brachten. Wir schwenkten um zur „Shift/CX Digital“, die eintägig zahlreiche Diskussionen mit unseren Referenten sowie verschiedene Fachtalks und Keynotes als Live-Inhalte zusammenbrachte. Gleichsam versuchten wir uns mit einem Freemium-/Premium-Modell – worüber die Live-Teilnahme an dem Tag und den Diskussion kostenlos war und der Zugriff auf die Mediathek mit den Komplett-Vorträgen Teil des Premium-Angebotes.

Im Ergebnis konnten wir zu unseren zahlenden Teilnehmern im Februar, die wir zu 70% für das Premium-Angebot überzeugen konnten, nochmals fast 250 Personen als Freemium-Teilnehmer registieren, so dass wir zum Zeitpunkt der Veranstaltung mehr als 450 Teilnehmer für die Veranstaltung zusammenbringen konnten und einen guten Auftaktstart für unsere digitale Reise hinlegen konnten.

Vom „digitalen Zwilling“ zu „digitalen Fortbildungsangeboten“ – mit dem Umdenken vom Event zur Plattform

In der Folge des Covid19-Frühjahrs 2020 überführten wir all unsere geplanten Präsenzevents in „digitale Veranstaltungen“ – vom D2M SUMMIT über den HR Innovation SUMMIT, dem Elektronischen Rechnungstag und dem FORUM Output Management. Auf dieser Reise veränderten wir unser Selbstverständnis vom Veranstaltungsorganisator zum „Plattform-Betreiber für den Erfahrungsaustausch“. Wir starteten begleitenden Live-Video-Talkformate als „Content-Marketing-Aktivitäten“ wie den #d2mtalk, den #iomtalk, den #hrtalk und auch den #scxtalk.

Im zunehmenden Rauschen und Überangebot der digitalen Event-Angebote experimentierten bzw. suchen wir immer noch nach dem für alle Seiten akzeptierten Preismodell. Wir machen Events nicht als Marketing-Aktivität, sondern „for living“. Mit der Adhoc-Digitalisierung und der Nutzung des „digitalen-Event-Modells“ als Marketing-Aktivität durch Unternehmen ruscht das Event-Business gerade in das gleiche Wettbewerbsverhältnis wie der Qualitätsjournalismus und die unternehmerischen Content-Marketing-Aktivitäten. Während Ersterer sich direkt aus „gutem Content“ refinanzieren muss, braucht es Letzterer nicht sondern lädt gerne zum kostenlosen „Content-Konsum“ ein, was auch die Preisbereitschaft der Kunden beim Qualitätsjournalismus senkt. Gleiches Phänomen stellen wir jetzt auch im Segment der Fachveranstaltungsangebote fest – und haben noch nicht die perfekte Antwort gefunden.

Wir glauben aber weiterhin an den „Wert“ unserer Angebote, die wie der Qualitätsjournalismus derzeit stark durch Werbung gestützt wird, aber durch unsere Kuration und Moderation der Inhalte immer doch einen – aus unserer Sicht – unabhängigen Informations- und Fortbildungsgehalt erhalten. Unsere Vision ist weiterhin, dass wir – nun – mit unseren digitalen Austauschen und der Kuration von Video-Inhalten zu Erfahrungs- und Experten-Vorträgen einen Beitrag für den Erkenntnisgewinn auf dem Weg der digitalen Transformation der Unternehmen leisten können. Dafür sind wir angetreten und lassen uns gerne messen.

Viele neue Herausforderungen und Baustellen auf dem Weg zum „digitalen“ Ufer

Wie beschrieben – befinden wir uns derzeit wie alle Unternehmen auf unserer großen „digitalen Transformationsreise“, auf der wir mit alten Routinen brechen müssen und neue Wege finden und gehen müssen. Dabei sind wir weit davon entfernt bereits das perfekte Konzept gefunden zu haben – aber wir versuchen mit jedem neuen Digital-Angebot – sei es ein einzelner Online-Event, unseren Versuchen zu „Flipped Classroom“-Modellen für unsere digitalen Seminarangebote, den von unseren Partnern refinanzierten Webinaren, unsere wöchentlichen Talks oder unseren Mediatheken – jeden Tag besser zu werden.

Hieran versucht sich ein kleines, aber schlagkräftiges, eng zusammenstehendes und „bootstrap“ finanziertes Team, welches sicherlich weiterhin „noch besser Schwimmen lernen“ muss im Strom der digitalen Angebote da draussen – aber dem an dieser Stelle großen Dank gebührt!

Auf diesem Weg stehen wir vor verschiedenen Herausforderungen und Baustellen, die ich nachfolgend gerne einmal offenlege:

  • Überangebot & Noise an digitalen Kostenlos-Angeboten: Wie oben angeführt – ist das sicherlich unser „größtes“ Problem, was sicherlich auch unsere Existenz im Markt in Frage stellt. Der Schlüssel ist theoretisch aus der Produktmarketinglehre ganz einfach herzuleiten: „Kreiere einen einzigartigen Wert, der deinem Kunden einen wahrnehmbaren Nutzen bietet, für den eine Preisbereitschaft herrscht“. In der Umsetzungsrealität ist dies natürlich nicht ganz so einfach, da hierbei noch viele „kleinen und größeren“ Nebenbedingungen auftauchen.
  • Funktionierende, skalierbare Technologie: Wenn man Ressourcen ohne Grenzen hat, ist Technologie heute sicherlich kaum mehr ein Problem. Wenn es aber finanzielle Restriktionen gibt, gilt es da eine gegen das andere abzuwägen. Wenn dann zudem ein „Plattform-Konzept“ mit einer skalierbaren Technologie über verschiedene Aktitäten realisiert werden soll, erhöht sich die Komplexität der Anforderung nochmals einwenig.
  • Teilnehmer-Engagement auf digitalen Events: Ein wichtiges Merkmal unsere ehemaligen Präsenzveranstaltungen war es, dass wir für uns den „Schlüssel“ kannten, wie wir einen für den Teilnehmer guten Erfahrungsaustausch realisieren konnten. Sprich welche Zutaten es brauchte, damit die Teilnehmer aus ihrer „Lean-Back-Haltung“ heraustraten, sich aktiv in die Veranstaltung einbrachten und das „Besondere“ der Veranstaltung ausmachten. Diesen „Schlüssel“ für den digitalen Event beherrschen wir ehrlicherweise noch nicht – wir haben eine Ahnung und in Ansätzen gelingt es uns immer mal wieder. Aber, dass wir den „Schlüssel“ jedes Mal mit Erfolg „drehen“ können, – das können wir leider von uns noch nicht behaupten. Das ist für uns aber die „Secret Sauce“ von Events auch im Digitalen und daran wird sich letztlich „die Spreu vom Weizen trennen“ – so glauben wir.
  • Team-Hygiene & Work-Life-Balance im Transformationsprojektgeschehen: Seit sechs Monaten stehen wir im Umbruch, müssen immer mal wieder auf Kurzarbeit umstellen und arbeiten im Team weit über das Vereinbarte hinaus – um unseren „Kahn“ in dieser stürmischen Zeit auf Kurs und stabil zu halten. Was dabei oft zu kurz kommt – die „Team-Hygiene“ und die „Work-Life-Balance“. Natürlich haben wir unser virtuellen „Check-Ins“ wie auch unsere virtuellen „After-Work-Meetings“ – aber das gemeinsame Mittagessen und das Miteinander fehlen doch im verteilten Arbeitsmodus, bei dem es ständig ums „stetig verbessern“ geht. Auch die „Work-Life-Balance“ kommt bei den derzeitig nicht endenden offenen Todos doch sehr zu kurz.
  • Zeit für das Working-Out-Loud – intern und extern: In unsere Diskussionen beim IOM SUMMIT wie auch Shift/HR diskutieren wir oft über den transformativen Wert des selbstreflektierenden „Working-Out-Loud“ – sprich dem ständigen Teilen der eigenen Fortschritte, Erfahrungen und Erkenntnisse der täglichen Arbeit. Wie man es in der Veröffentlichungshistorie unserer Blogs entnehmen kann – extern schaffen wir das gerade gar nicht! Und intern auch noch mässig – da wir aber ein kleines Team sind und sowieso im ständigen Austausch stehen, bleibt da am Ende des Tages nicht viel unentdeckt. Aber ich kann auch die Menschen verstehen, die an dieser Stelle mit sich selbst dahingehend hadern – „wie soll ich das jetzt auch noch leisten?“

Resümierend ist aber zu sagen, dass wir bei Kongress Media eigentlich nichts zu „jammern“ habe, denn wir haben die Chance unsere Geschäftsaktivität vollständig zu digitalisieren und in allen Bereichen vollständig digital verteilt arbeiten zu können. Im Vergleich zu anderen Unternehmen geht es uns hier wirklich gut – und da gilt es durchaus etwas Demut zu haben.

In diesem Sinne – DANKE für den bisherigen Zuspruch, die Unterstützung unserer Partner, die kostenpflichtige als auch kostenlose Teilnahme an unseren Angeboten, der Unterstützung unserer „Teilgeber“ – sprich Referent*Innen und Diskutant*Innen aus Praxis & Beratung – sowie dem Support unserer Familien und letztlich dem Einsatz unseres Teams!

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